Spikes and Peaks, Teil 1

Seit Jahren habe ich den Wunsch meinen „Stash“ abzubauen. Ich bin erschüttert, wie extrem die Preise für Patchworkstoffe gestiegen sind. Will man neue kaufen, muss man schon genau überlegen. Die „alten“ haben ja auch einen materiellen Wert. Selbst wenn sie nur übrig sind oder nicht mehr so ganz dem eigenen Geschmack entsprechen, wäre es doch unverzeihlich, sie nicht zu würdigen. Verschiedene Anläufe habe ich gewagt, eine nennenswerte Reduktion meiner vorhandenen Stoffe konnte ich bisher jedoch nicht verzeichnen. Meist habe ich nur eine bestimmte Farbrichtung verwenden können, oder es wurde einfach zu wenig benötigt.

Das schwierigste Problem war für mich die Entscheidung, welches Muster ich nähen möchte. Ich liebe Sterne in allen Variationen, und so war ziemlich klar, dass es in diese Richtung gehen sollte. Ich wollte aber auch ein Muster, dass man so „nebenbei“ näht, eins ohne große Schwierigkeiten. Ich wollte ein Muster, das auch für ein Nähtreffen mit Freundinnen geeignet ist, was einem ermöglicht, nebenbei zu reden, ohne gleich Murks zu nähen. Und ich wollte ein Muster, in welchem ich so gut wie alle Stoffe, egal wie alt sie sind, verwenden kann.

Schließlich stieß ich auf „Spikes and Peaks“ von Kaye England und es war um mich geschehen. Das war mein Muster! Und endlich konnte ich nicht nur meine cremefarbenen Stoffreste verwenden, (fast) die ganzen übrigen Stoffe sowieso, sondern auch mein „Bloc- Loc- Lineal“ für HRT (Half Rectangle Triangle) benutzen, also ein Lineal für Dreiecke aus Rechtecken. Doch der Reihe nach:

Mein Zuschnitt basiert auf den Maßen 2 1/2″ und 4 1/2″, ein Block ist 6″ groß.

Die aufwändigsten Teile sind tatsächlich die HRT, da diese in zwei Schritten gefertigt werden müssen. Erst schneidet man Rechtecke, teilt diese entsprechend diagonal, näht sie zusammen und beschneidet sie erneut mit den passenden Lineal.

Man sieht, dass die Naht nicht genau durch die Ecken des Rechtecks gehen, das ist bewusst so bei dem genannten Lineal. Ich habe überlegt warum und denke, weil die Naht nicht im 45°- Winkel der Ecke verläuft. (Ein Fall für Mathematiker!) Schließlich sollen später die Spitzen der Sterne nicht in den Nahtzugaben verschwinden. Das ist hier anders als bei HST’s (Half Square Triangle), also Dreiecken aus Quadraten. Diese kommen im Muster auch vor, allerdings habe ich sie klassisch und nicht mit einem „Bloc- Loc- Lineal“ genäht, da ich meine 2 1/2″- Streifen aufbrauchen möchte.

Ohne das HRT- Lineal würde ich dieses Muster vermutlich nicht nähen, obwohl es natürlich auch hier klassische Methoden gibt. Aber ich verneige mich vor dem Erfinder dieser Lineale!

Ich habe das Lineal „A“ benutzt, es gibt auch ein Lineal „B“, da ist die Naht in der anderen Diagonale.

Und das ist nun mein derzeitiger Stand, 17 von 80 Blöcken im Mittelteil:

Ich mag es sehr, wie die Sterne ineinander greifen. Noch sind die Blöcke nicht vernäht und mit Sicherheit werden sie am Ende auch nochmal neu verteilt, um zu vermeiden, dass es zu viele Dopplungen in Farbe oder Muster gibt. Die oberen drei sind Rand- Blöcke, die dafür sorgen, dass die Sterne nach außen komplett sind. Diese werde ich erst ganz am Ende fertig nähen.

Die Blöcke des Innenteils sind alle gleich aufgebaut. Sie bestehen aus 2 HST’s, 2 HRT’s und drei 2 1/2″- Quadraten. Hat man die langen Dreiecke erst einmal fertig, ist das Nähen ein Kinderspiel, das geht wirklich fix. Die Randblöcke sind etwas einfacher zusammengesetzt, ein großes Quadrat, ein HRT, ein Quadrat und ein Streifen mit abgenähter Ecke.

Eins muss ich allerdings sagen, auch dieses Projekt wird meinen Stoffvorrat nicht verbrauchen können. Also ging die Suche parallel ein bisschen weiter. Ich wollte noch ein Muster, das ohne Hintergrundstoff auskommt. Und auch da bin ich fündig geworden. Das Schönste ist, dass ich parallel zu diesem Quilt gleich mit dem anderen beginne.

Wer auch näht, weiß, dass es von Vorteil ist, wenn man am Anfang einer Naht ein Stück Stoff unter das Füßchen legt, dass bei den ersten Stichen am eigentlichen Stück nicht der Stoff nach unten in die Nähmaschine gezogen wird. Und schließlich endet man auch mit diesem „Läppchen“. Dieses Stückchen Stoff ersetze ich jetzt durch zwei Teile des zweiten Reste- Quilts, und so lassen sich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Wie dieser Quilt mal aussehen  wird, ist aber noch geheim….

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Körbchen mit „Flying Geese“

Erstmals habe ich mich an eine Anleitung von Minki Kim gewagt. Es ist ein Körbchen mit Flying- Geese- Muster. Wider Erwarten hat mich diese Anleitung gefordert, die ersten Versuche der fliegenden Gänse haben mir nicht gefallen. Zwar erkennt man im Video sehr gut, wie die einzelnen Schritte genäht werden, es fehlen in der Anleitung aber ein paar wesentliche Hinweise, auf welche Punkte  (Nahtkreuze, Faltlinien usw.) besonders geachtet werden sollte, um ein perfektes Ergebnis zu erhalten.

Schließlich habe ich mir ein paar zusätzliche Orientierungslinien gezeichnet, und so bin ich dann auch gut zurecht gekommen. Der Gänsezug wird in der Quilt- as- you- go- Methode direkt auf eine Schaumstoff- Einlage genäht. Hier sieht man das von hinten.

 

Von diesem Herzstück aus ging es dann weiter, und es wurde leichter.

Das Körbchen ist raffiniert gemacht, man verbindet Außen- und Innenstoff zu einem Schlauch, der Streifenstoff wird dann der obere Rand, der wie ein Binding aussieht.

Ein ovaler gesteppter Boden wird dann ergänzt und gibt dem Korb seine endgültige Form.

Mich hat dieses fröhlich- bunte Muster gleich angesprochen, man kann gut mit Resten arbeiten. Nennenswerte Mengen werden aber nicht verbraucht. Ich hab die kleine Variante genäht, es gibt insgesamt drei Größen.

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Kaleidoskop- Quilt „Violet Dreams“ fertig

Es ist vollbracht, mein Geschenk in den Lieblingsfarben der Empfängerin ist heute fertig geworden. Ich habe gleich noch ein paar Fotos gemacht, denn das Wetter ist momentan ideal dafür. Wenn man draußen fotografieren kann, erscheinen die Farben einfach am natürlichsten.

Auch der Schattenwurf durch das Quilting ist im Tageslicht naturgetreuer als in Innenräumen. Hier sieht man, dass das Quilting nicht so stark ausgeprägt ist, wie es in den letzten Fotos den Anschein hatte.

Für das Binding habe ich den Rückseitenstoff verwendet, dieser hat jeden Farbton der Vorderseite und passt damit perfekt.

Der graue Stoff ist „Quilters Linen“ von Robert Kaufmann und wirkt tatsächlich wie Leinen, die farbigen Stoffe sind ein Mix von allen möglichen Herstellern.

Ich hätte nie gedacht, dass auch mir Lila- Töne so gut gefallen können.

Und das Muster- ich finde es so spannend!

Je nachdem, wie man die Blöcke legt, kommen ganz unterschiedliche Wirkungen heraus. Ich habe mich für das „wilde Durcheinander“ entschieden. 😉

Und das Auge sucht sich beim Betrachten ganz automatisch die zufällig entstehenden Kreise.

Viele wünschen sich immer ein „Gesamtfoto“ vom Quilt. Das ist meistens nicht so einfach bei der Größe. Ich habe eine Leiter nehmen müssen und im Haus fotografiert. Da sind- wie schon geschrieben- leider die Farben nicht so natürlich.

Ich hoffe, dass der Quilt gut ankommt und geliebt wird.

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