Update Juli

Hallo an alle, die hier ab und zu mal lesen…

Nun ist eine ganze Weile vergangen, seit ich hier etwas geschrieben habe. Viel wurde auch nicht genäht seit Mai, und der Grund ist Sie:

Seit dem 5.5. wohnt unsere Bulgarin Daisy bei uns, ein liebes, lernwilliges, verschmustes Hundemädchen. Ich hatte mich sofort in sie verliebt! Am Anfang war es ein Foto im Internet, es hat mich tagelang beschäftigt und nachts nicht schlafen lassen. Ich hatte ständig das süße Gesichtchen vor mir, ihre Geschichte war so traurig, wie so viele Geschichten von Straßenhunden. Irgendwann habe ich es meinem Mann gebeichtet, wir haben eine Weile überlegt und schließlich entschieden, dass wir ihr eine Chance auf ein glückliches Familienleben geben möchten. Da wir Neu- Hundebesitzer sind, liegt es nicht allein bei ihr, neue Dinge zu lernen, sondern vor allem auch an uns. Und wir lernen alle jeden Tag dazu!

Natürlich hat sich unser Leben seit ihrem Einzug stark verändert. Der Wecker klingelt früher, die Nähmaschine steht öfter still, dafür hat der Staubsauger wesentlich mehr zu tun. Jedoch ist die morgendliche Begrüßung umwerfend, die Freude bei jedem Wiedersehen riesig, egal, ob man von der Arbeit kommt oder nur schnell mal im Keller war. Wir kommen öfter an die Luft und mit zum Teil fremden Menschen ins Gespräch! Ich wusste nicht, wie schön ein früher Morgen so gegen 6.00 Uhr im Wald ist…. Man sieht die Natur plötzlich nochmal mit ganz anderen Augen.

Kurzum: Wir sind sehr glücklich mit unserer Entscheidung, und, wie es aussieht, unsere Daisy auch.

Zwei Windmühlen- Taschen sind dennoch entstanden, eine davon beim gemeinsamen Nähen mit Freundinnen. Es ist immer wieder eine tolle Zeit, wenn man zusammen etwas schaffen kann. Die erste Tasche besteht aus Stoffen in Jeans- Optik und einem „echten“ Jeans- Boden, der etwas robuster ist. Da kann man sie auch mal abstellen. Ebenso die Henkel, das macht sie stabiler.

Das Innenfutter ist ein ausrangiertes Arbeitshemd meines Mannes, Kragen und Manschetten hatten Schäden, der Stoff von Rücken und Ärmeln war zu schade zum entsorgen.

Auch die zweite Tasche ist ein Recycling- Objekt. Ich hebe alle alten Hosen aus Jeans-Stoff auf, auch mein Sohn versorgt mich regelmäßig. Die verschiedenen Blau- Töne machen das Ganze erst interessant:

Der Boden ist aus Kunstleder. Der Innenstoff lag jetzt recht lange in der Stoffkiste. Es ist kein „richtiges“ Rot, eher ein Wein- oder Rostrot. Damit passte der Stoff nie ins Konzept. Das hellblaue Muster nimmt die Jeans- Farben toll auf, und somit war der perfekte Kombi- Partner gefunden.

Das Schöne an den Taschen ist, dass sie einen quadratischen und recht großen Boden haben. Es passt locker eine große Tupper- Schüssel rein, ein runder Kuchen oder ein großer Sack Kartoffeln. Wenn man Schüsseln transportiert, kippen diese nicht um, der Inhalt bleibt, wo er hingehört. Das Fassungsvermögen ist größer als man denkt, eine perfekte Markt- Tasche also!

Derzeit habe ich noch einen Kinderquilt in Arbeit. Vor einigen Jahren kaufte ich ein Paneel mit Kindermotiven von Wilma Sanchez und zugehörige Beistoffe aus der Serie „At the Park“. Es gibt zu diesem Quilt eine Anleitung. Damals fand ich sie toll, heute ist sie mir zu unruhig. Zwischen den Motiven befanden sich verschieden bunte Windrad- Blöcke. HIER könnt ihr ein Beispiel sehen.

Ich dachte immer, ich würde den Quilt mal für eins meiner Enkelkinder nähen… Lach! Diese lassen leider weiter auf sich warten, da mein Sohn andere Pläne hat und nun erstmal berufsbedingt ins Ausland geht. Trotzdem hatte ich nun Lust, diese fröhlichen Stoffe zu verarbeiten. Die Frage war: Was tun mit 15 Motiven? Die Anzahl ist schwierig, wenn man Motive gleichmäßig anordnen will. Probiert das gedanklich mal aus, es bleibt immer ein Motiv übrig, oder es fehlt eins. Bei 3 : 5 gefällt mir die Längen- Breiten- Relation nicht, das sieht nach Handtuch aus. Schließlich entschied ich mich für ein nostalgisches Orange als Basis- Stoff und Zwischenblöcke in der gleichen Farbe. Das nicht gar so knallige Orange passt zu der Art der Motivgestaltung, die auch etwas nostalgisch anmutet.

In den Zwischenblöcken habe ich die Beistoffe verwendet.

Angegeben waren die Maße für die Motivblöcke mit 6 Inch, ein gutes und brauchbares Maß. Bei Nachmessen musste ich feststellen, dass es nur ca. 5 3/4 Inch sind. Schrei! Nach kurzem Durchschnaufen und Überlegen, wie das wohl am Besten weitergehen soll, hab ich mein metrisches Lineal genommen, und mich gefreut, dass es 15 cm Endmaß sind. Das lässt sich zum Glück prima rechnen, und so habe ich zur Abwechslung mal wieder mit metrischen Maßen genäht.

Das Mittelteil war mir nun zu klein. Auch wenn die Decke irgendwann einmal für ein Baby sein wird, finde ich es gut, wenn das Kind ein paar Jahre Freude daran hat. Dazu muss der Quilt aber größer werden! Die Motive erfasst ein Kind vermutlich sowieso erst mit zwei drei Jahren. Es wäre doch schade, wenn dann die Decke zu klein ist.

So habe ich zunächst einen Rand in der Grundfarbe angenäht und nun kommt, wie links im Bild zu sehen, noch ein ganz bunter Rand aus den Stoffen der Serie dazu, den ich bereis mit Nadeln aufgesteckt habe. Das ist nun mein Zwischenstand. Wenn das Top fertig ist, gibt es wieder Fotos! Bis bald!

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Nadelwelt Karlsruhe 2019

Schön war es wieder auf der Nadelwelt in Karlsruhe. Nach zwei Jahren Pause weilte ich mit zwei Freundinnen vom 3. bis 5. Mai dort. Die Messe war wie immer inspirierend, sehr viele Händler luden an ihre Stände ein. Manche Anbieter habe ich jedoch vermisst, neue sind dazu gekommen. Mehr und mehr verschiebt sich die Messe weg von Patchwork hin zu anderen „Nadel- Arbeiten“. Wenn auch schon von Anfang an andere Techniken wie Sticken und Stricken angeboten wurden, ist die Zahl der Nicht- Patchwork- Anbieter stark gestiegen, Patchwork ist eher rückläufig. Zunehmend finden sich reine Händler für Stoff und Zubehör ein, auch große Maschinen- Marken waren wieder da.

Ein Highlight war wieder die Ausstellung mit ein paar besonderen Werken mit gemischten Techniken.

Keine Messe ohne Kurs! Ich habe mich dieses Mal für zwei entschieden. Meine erste Wahl, einen Kurs für einen Weißquilt aus alter Wäsche, wurde leider abgesagt.

Zum Glück konnte ich in letzter Minute noch einen Platz bei Karen Ackva von easypatchwork ergattern und meinen ersten Lone-Star Block nähen. Hier noch nicht vollständig zusammen genäht.

Die Kursleiterin war toll, die Anleitung durch sie wunderbar. Wir lernten auch, die gefürchteten Y- Nähte zu meistern. Es war ein sehr lehrreicher und gut strukturierter Kurs mit einer charmanten Karen Ackva.

Der fertige Stern ist übrigens nur ca. 7″ groß, d.h. kleiner als 18cm. Da kann man sich vorstellen, wie winzig die kleinen Rauten des Sterns sind.

Leider ist mir die letzte Naht beim finalen Zusammensetzen des Sterns gar nicht gut gelungen, so dass ich den Block daheim noch einmal nachgenäht habe, Neben meiner fehlenden Routine bei so kleinen und feingliedrigen, zudem auch schweren Blöcken, habe ich den Fehler gemacht, in der Mitte (weiß) eine andere, dickere Stoffqualität zu nutzen. Gerade bei so kleinteiligen Arbeiten macht dies Schwierigkeiten und sollte vermieden werden. Zwar ist der neue Block nicht so perfekt, wie ich das gerne hätte, aber es ist schon besser. Ich denke, dass mit etwas Übung (und vielleicht größeren Sternen) ganz brauchbare Ergebnisse entstehen können, wenn man die Technik erstmal beherrscht.

Als zweiten Kurs wählte ich einen Farbtheorie- Kurs mit der Dozentin Allison Richter. Anliegen des Kurses war es, den Farbkreis zu verstehen, mutig mit Farbe zu spielen, wegzukommen von den Ton- in -Ton Arbeiten. Früher habe ich viel Ton- in- Ton gearbeitet oder Stoffpackungen gekauft, von denen man weiß, dass alle enthaltenen Stoffe einer Kollektion angehören und zusammen passen. Später nähte ich überwiegend Scrap- Quilts, diese sind so bunt, da passt am Ende auch alles zusammen.

Die hohe Kunst ist es jedoch, Farben geschickt zu kombinieren und damit eine besondere Wirkung zu erzielen, dass sich die Farben ergänzen oder gegenseitig zum Strahlen bringen. Trotzdem sollen eigene Vorlieben erhalten bleiben und berücksichtigt werden. Wenn man z.B. überhaupt kein Braun mag, darf man es getrost vergessen und die Farben wählen, die man mag.

Erste Übung: Den Farbkreis mit eigenen Stoffen nachbilden

Hier habe ich das Glück durch meine Scrap- Quilts viele Reste zu besitzen. Und doch sieht man deutlich, dass bisher Gelb und Lila eher nicht zu meinen Favoriten zählten. Die Farbtiefe der Stoffe kann man durch ein Schwarz- Weiß- Foto sichtbar machen und die Stoffe entsprechend anordnen:

Zweite Übung: Komplementär- Kontraste mit eigenen Stoffen legen und wandeln

Dritte Übung: Verschiedene Farbharmonien aus der Natur mit eigenem Stoff darstellen

Nicht immer hatte ich alle passenden Scraps in meinem Vorrat:

Das war ein sehr lehrreicher Kurs, und ich möchte unbedingt noch einmal alles nacharbeiten, um das Gelernte zu verinnerlichen.

Ich kann jedem raten, Messen zu besuchen und aus dem umfangreichen Kursangebot etwas Passendes herauszusuchen. Es ist immer wieder ein Anschub, wenn das Hobby etwas in den Hintergrund geraten ist, die Inspiration oder der Antrieb fehlen. Auch das Zusammensein mit Freundinnen und Gleichgesinnten tut der Seele gut!

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Willkommen Frühling!

Endlich fertig! Meine Schmetterlinge hängen an der Wand!

Es ist ein schöner Farbklecks geworden, obwohl ich denke, dass das Muster für einen Mädchen- Quilt besser geeignet ist als für die Wand. Durch das Quilten werden die Schmetterlinge  stark plastisch hervorgehoben. Das verstärkt sich dadurch noch, dass das Muster nicht „durchgequiltet“ ist, sondern sich nur zwischen den Schmetterlingen, bei welchen lediglich die Konturen im Nahtschatten nachgenäht wurden, befindet.

Das Quilting sind Loops und Doppel- Loops, es erinnert ein wenig an den Flug der Flatterer. Das Binding besteht aus dem gleichen Stoff wie der Körper der Schmetterlinge.

Das Maß beträgt ca. 76X65cm.

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