Flutterby in Herbstfarben

Man will es noch nicht wirklich wahrhaben, aber der Herbst ist da. Ich ertappe mich oft dabei, wie ich hoffe, dass es nochmal warm und längere Zeit schönes Wetter wird, um ganze Tage bis zum Einbruch der Dunkelheit im Freien, vorzugsweise auf der Terrasse zu verbringen. Naja, wenn es trocken bleibt, kann man das zum Glück immer noch tun mit einem Feuer im Ofen und einem Quilt zum Wärmen. Und was passt da besser als ein Quilt in Herbstfarben?

Dieser Quilt ist nach der „Flutterby“-  Anleitung von auf Youtube von der Missouri Star Quilt  Company entstanden. Über den Beginn habe ich HIER schon einmal berichtet. Meine Stoffwahl fiel auf Bali  Pops „Mocca mint“. Bali Pops sind eigentlich sowas wie Jelly Rolls, beinhalten aber Batik- Stoffe. Ich habe eineinhalb Päckchen gebraucht. Als Basic- Stoff habe ich mich für ein helles Orange entschieden. Es bringt etwas Wärme und Fröhlichkeit in die gedeckten Farben.

So richtig um die Wette leuchtet der Quilt mit der herbstlichen Laubfärbung unseres Weinstocks.

Die Rückseite ist auch ein marmorierter oranger Stoff, den die Sonne heute ebenfalls zum Leuchten bringt.

Wie hier zu sehen ist, hat diese Decke wieder die von mir so heiß geliebte gestreifte Umrandung. Diesmal ist sie schwarz- orange und sieht so aus, als wäre sie für diesen Quilt hergestellt worden.

Die Größe beträgt ca. 1,85m X 1,60m. Das Vlies ist aus Polyester, was den Quilt schön leicht macht.

Das Quilting ist ein All- over-Muster und stellt kleine Wölkchen dar. Manche Wolken haben einen Kringel. Das sieht so ähnlich aus wie die gemalten Wolken in buddhistischen Klöstern. Und ich freue mich schon darauf, dieses Jahr wieder in Nepal zu sein und genau diese Wölkchen zu bewundern.

Manchmal ähneln die Wölkchen aber eher Blumen. Wenn man so im „Flow“ ist…

Zur Zeit quilte ich den French Braid und hoffe, ihn hier bald zeigen zu können.

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French Braid

Derzeit arbeite ich- mal wieder- an einem UFO, einem French- Braid- Quilt. (French Braid= Französischer Zopf) Und bevor dieser Quilt noch ein „alter Zopf“ wird, soll er endlich fertig werden.

Es handelt sich hierbei um einen Jelly- Roll- Quilt, also ein Quilt aus Streifen einer Kollektion. Ich habe Batic- Stoffe gewählt und, nach langer Überlegung, einen schwarzen Hintergrund- Stoff. Die entstehenden Zacken sollen laut Anleitung begradigt werden, doch da schreit mein Inneres auf:

Das will ich nicht!

So habe ich mich entschieden, die Zacken zu erhalten und diese vielleicht sogar plastisch zu arbeiten. Ich bin gespannt, ob das gelingt…

Tatsächlich erinnert das  Muster an einen hübschen geflochtenen Zopf, wie ich sie früher, als mein Haar noch länger war, auch sehr gerne trug. Ach ja, lang ist es her….

Das Quilting wird ein All- over- Muster, soviel ist schon klar. Diesmal wird es wohl etwas verspielter, das lässt das Muster prima zu.

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700 Jahre Poppenwind und meine Quilts

Am 13. August gab es eine tolle Chance für mich, nämlich gemeinsam mit meiner Freundin Carola unsere Quilts auszustellen. Diese Möglichkeit ergab sich im Rahmen der Jubiläumsfeier zum 700-jährigen Bestehen des Ortes Poppenwind, dem Geburtsort meiner Freundin. Am Vor- und am Festwochenende waren zahlreiche Veranstaltungen geplant. Am Sonntag krönte ein „Stehender Umzug“ durch 14 Stationen des Ortes die Feierlichkeiten. Die Gäste hatten die Möglichkeit, verschiedene Höfe, Gärten und Werkstätten zu besuchen, deren Bewohner sich unendliche Mühe gaben, den Besuchern ihr Können, ihre Produkte, ihr Wissen und auch ihr Erbe und ihre Geschichte und Geschichten aus längst vergangener Zeit zu präsentieren. Es gab auch für die kleinen Besucher eine Hof- Rallye. Mit einem Kärtchen konnten sich die Kinder an jeder Station einen Stempel holen, wer alle vollzählig hatte, bekam am Ende eine kleine Belohnung. Eine schöne Idee!

Meine Freundin Carola stammt aus dem Haus, in welchem der Rundgang begann. Ihr Großvater war ein Maler und Bildhauer. Einige seiner Kunstwerke hat die Familie noch in ihrem Besitz und zu den Feierlichkeiten die Chance genutzt, sie der Öffentlichkeit zu zeigen. Schon der Eingang der Familie Gerlach begrüßte die Besucher mit einem fröhlichen Blumenstrauß:

Das künstlerische Schaffen von Alfred Carl ist unglaublich vielseitig, es gibt Ölbilder, Aquarelle, Holzplastiken, Holzschnitte uvm.

Die Familie hat viel Liebe in die Präsentation der Kunstwerke gesteckt.

Der Hahn ist mein absoluter Liebling, am liebsten hätte ich ihn mitgenommen…

Und hier der heimliche Star der Ausstellung: Don Quijote mit Rosinante. Wunderschön!

Und hier noch ein paar Eindrücke vom reichen Schaffen des Künstlers:

Das Interesse der Gäste war sehr groß. Viele kannten den Künstler Alfred Carl noch persönlich, andere vom Hörensagen. Eine schöne Gelegenheit, um alte Geschichten zu erzählen und Erinnerungen auszutauschen.

Carola und ich haben uns über unser gemeinsames Hobby Patchwork und Quilting kennengelernt. Und so findet Handwerk und künstlerisches Geschick eine Fortsetzung in den Quilts.

Meine Freundin und ihre Familie luden mich ein, neben all diesen Kunstwerken auch meine Arbeiten zu präsentieren. Und dies geschah nun vor einer traumhaften Garten-Kulisse.

Carolas und meine Sachen hübsch auf der Leine….

…und auf Tischen. Hier hat uns Carolas Mann Ulli sehr unterstützt. Vielen Dank nochmal an dieser Stelle!

Es kamen sehr viele Besucher, es gab viele Fragen und sehr nette Begegnungen mit den Poppenwindern und ihren Gästen. Familie Gerlach reichte Getränke und kleine Köstlichkeiten, so dass die Menschen gerne etwas länger verweilten.

Der Besucherstrom war überwältigend! Und der liebevoll gestaltete Garten zeugt vom großen Geschick der Bewohner.

Der Nachmittag verging wie im Flug, so dass wir uns beeilen mussten, wenigstens noch ein paar der anderen Höfe zu besuchen. Der Ort hat sich feierlich herausgeputzt.

Es gab so viel zu sehen, einen Kräutergarten, einen Bauerngarten, einen Korbflechter, einen jungen und sehr talentierten Holzbildhauer, der auch noch das alte Haus seiner Großmutter renoviert. Ein Imker hat sich sehr viel einfallen lassen, um das Leben der Bienen und die Gewinnung von Honig erlebbar zu machen. Ich war fasziniert von den alten Fotografien, alten, von Kinderhand gefertigten Stickereien, und anderen Ausstellungsstücken. Eine Hofbesitzerin hat sich die Mühe gemacht, eine Foto- Szenerie mit Original- Equipment, inclusive einer Trachtenjacke, die heute kaum noch jemandem passen würde, und den Original- Möbeln nachzustellen. Das war so berührend!

Ich muss an dieser Stelle den Poppenwinder Einwohnern ein großes Kompliment machen. Es war ein schönes Gefühl, dabei zu sein, auch wenn ich nicht von dort stamme. Ich habe mich sehr willkommen gefühlt. Die Gastfreundschaft der Familie Gerlach und des ganzen Dorfes ist überwältigend. Es war ein sehr gelungenes Fest, das mir noch lange in Erinnerung bleiben wird.

Einen klitzekleinen Wermutstropfen gab es dennoch. Ein junges Zeitungsteam der Lokalausgabe war auch anwesend. Ich freute mich natürlich über die Aufmerksamkeit, die auch mir geschenkt wurde. Wer mich kennt, weiß, dass ich recht wortreich bin.  😉  Und so gab ich bereitwillig Auskunft über mein schönes Hobby. Das führte wohl letztendlich dazu, dass im daraufhin veröffentlichten Artikel meine Arbeiten einen viel zu großen Platz einnahmen. Das ist mir vor den Poppenwindern etwas unangenehm, schließlich war es ihr Fest und die anderen Höfe hätten es verdient, im Artikel etwas ausführlicher dargestellt zu werden. Ich hoffe, sie können das verzeihen und ich darf mal wieder kommen, wenn Poppenwind eines seiner legendären Dorffeste feiert!

Danke liebe Poppenwinder!

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