Windmühlen- Tasche

Vor einer Weile nähten meine Freundin und ich gemeinsam eine Windmühlen- Tasche. Diese wurde von einer Sportgruppe verschenkt, und sie wird gerne genutzt. Ich habe gehört, dass nun am liebsten alle eine solche Tasche hätten, aber es sollte für die Beschenkte möglichst ein Unikat bleiben.

Eine kleine Ausnahme gibt es nun jedoch, nämlich für eine Frau, die eine solche Tasche ihrer Enkelin zum Geburtstag schenken möchte. Da konnte ich nicht Nein sagen.

Ein paar Veränderungen habe ich allerdings vorgenommen. Außerdem bleiben ja beide Taschen ein Unikat, da die Scraps völlig verschieden sind. Im Netz gibt es tausende Anleitungen für diesen Taschen- Typ, da möchte ich das Rad nicht neu erfinden. Aber ein paar Herstellungsschritte will ich hier  zeigen.

Zunächst näht man vier Rechtecke, die dreimal so lang wie breit sind.  Meine Scraps sind 7,5cm X 7,5cm. Diese Rechtecke habe ich auf ein Vlies H 630 gebügelt.

Ich habe für den Boden einen derberen Stoff gewählt, dass die Tasche auch das Abstellen auf dem Boden möglichst lange mitmacht. Natürlich kann man die gesamte Fläche aus Scraps nähen, oder auch aus einem Stoff mit schönem Motiv oder aus drei Stoffen, ganz wie es einem gefällt.

Wie ganz links im Bild oder im nächsten Foto habe ich dann gequiltet, immer rechts und links füßchenbreit zur Naht. (Achtung! Am äußeren Rand muss man bei dieser Art Quilting die doppelte Breite steppen!)

Man kann auch Reste in der Quilt- as-you- go- Methode verwerten oder alles aus Streifen nähen. Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt.

So kommen später in der Tasche die Teile zusammen. Der schwarze Boden ergibt einen tollen Zacken- Effekt, diesen näht man zuerst zusammen. Und hier sieht man, warum das Ganze Windmühlen- Tasche genannt wird!

Man beginnt paarweise mit dem Nähen, so wie im nächsten Bild gezeigt wird. Dort, wo der weiße Pfeil hinzeigt, endet man mit der Naht in der Breite der Nahtzugabe vor der Kante. Das ist wichtig, sonst lassen sich die Seitenähte nicht vernünftig schließen.

Die beiden Paare werden nun zusammen genäht und dann die Seitennähte geschlossen. Der Rohling sieht wie folgt aus:

Das Futter näht man in der gleichen Weise. Ich habe mich für einen schwarzen Uni entschieden. In eine der vier Seitennähte muss eine Wendeöffnung eingearbeitet werden. Beim Original werden nun die Träger gefertigt und beim verstürzten Zusammennähen mitgefasst. Das geht zwar schnell, aber dabei gehen die Spitzen verloren. Und das gefällt mir gar nicht.

Ich habe den Taschenkörper komplett zusammengenäht und die obere Kante im Verlauf des Quiltings abgesteppt. Die Träger sind von innen befestigt. Ich habe mich für zweifarbige Träger entschieden, das macht die Tasche richtig fröhlich!

Im Inneren der Träger steckt wieder das Vlies H 630,  Nähte im Nahtschatten verhindern das Verschieben.

Das größte Problem ist nun, dass man die Träger so an die Tasche anbringt, dass es gut aussieht. Dafür habe ich im Futter vor dem Zusammennähen an allen vier Spitzen eine Art Tasche angebracht. Diese „Taschen“, es sind Stoffstreifen, die unten angenäht und oben offen gelassen werden, nehmen die Trägerenden auf.

So hat man eine saubere Ansicht. Auch hier habe ich von rechts im Quilting nachgesteppt, so dass keine störenden zusätzlichen Nähte auf der rechten Seite entstehen.

Als Bonus gibt es noch ein Bändchen mit einem Karabiner, hier ließen sich ein Schlüssel oder eine kleine Taschenlampe befestigen, diese sind dann immer griffbereit. Das Bändchen ist ebenfalls im Inneren angenäht.

Seht ihr das kleine Kätzchen? Es lacht so schön und sieht zufrieden aus. Und ich bin es auch!

Ich hoffe, die künftige Besitzerin wird die Tasche mögen. Das Schöne ist, dass sie unglaublich viel Platz bietet, auch für etwas unförmige Dinge. Ein echtes Raumwunder!  😉

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