700 Jahre Poppenwind und meine Quilts

Am 13. August gab es eine tolle Chance für mich, nämlich gemeinsam mit meiner Freundin Carola unsere Quilts auszustellen. Diese Möglichkeit ergab sich im Rahmen der Jubiläumsfeier zum 700-jährigen Bestehen des Ortes Poppenwind, dem Geburtsort meiner Freundin. Am Vor- und am Festwochenende waren zahlreiche Veranstaltungen geplant. Am Sonntag krönte ein „Stehender Umzug“ durch 14 Stationen des Ortes die Feierlichkeiten. Die Gäste hatten die Möglichkeit, verschiedene Höfe, Gärten und Werkstätten zu besuchen, deren Bewohner sich unendliche Mühe gaben, den Besuchern ihr Können, ihre Produkte, ihr Wissen und auch ihr Erbe und ihre Geschichte und Geschichten aus längst vergangener Zeit zu präsentieren. Es gab auch für die kleinen Besucher eine Hof- Rallye. Mit einem Kärtchen konnten sich die Kinder an jeder Station einen Stempel holen, wer alle vollzählig hatte, bekam am Ende eine kleine Belohnung. Eine schöne Idee!

Meine Freundin Carola stammt aus dem Haus, in welchem der Rundgang begann. Ihr Großvater war ein Maler und Bildhauer. Einige seiner Kunstwerke hat die Familie noch in ihrem Besitz und zu den Feierlichkeiten die Chance genutzt, sie der Öffentlichkeit zu zeigen. Schon der Eingang der Familie Gerlach begrüßte die Besucher mit einem fröhlichen Blumenstrauß:

Das künstlerische Schaffen von Alfred Carl ist unglaublich vielseitig, es gibt Ölbilder, Aquarelle, Holzplastiken, Holzschnitte uvm.

Die Familie hat viel Liebe in die Präsentation der Kunstwerke gesteckt.

Der Hahn ist mein absoluter Liebling, am liebsten hätte ich ihn mitgenommen…

Und hier der heimliche Star der Ausstellung: Don Quijote mit Rosinante. Wunderschön!

Und hier noch ein paar Eindrücke vom reichen Schaffen des Künstlers:

Das Interesse der Gäste war sehr groß. Viele kannten den Künstler Alfred Carl noch persönlich, andere vom Hörensagen. Eine schöne Gelegenheit, um alte Geschichten zu erzählen und Erinnerungen auszutauschen.

Carola und ich haben uns über unser gemeinsames Hobby Patchwork und Quilting kennengelernt. Und so findet Handwerk und künstlerisches Geschick eine Fortsetzung in den Quilts.

Meine Freundin und ihre Familie luden mich ein, neben all diesen Kunstwerken auch meine Arbeiten zu präsentieren. Und dies geschah nun vor einer traumhaften Garten-Kulisse.

Carolas und meine Sachen hübsch auf der Leine….

…und auf Tischen. Hier hat uns Carolas Mann Ulli sehr unterstützt. Vielen Dank nochmal an dieser Stelle!

Es kamen sehr viele Besucher, es gab viele Fragen und sehr nette Begegnungen mit den Poppenwindern und ihren Gästen. Familie Gerlach reichte Getränke und kleine Köstlichkeiten, so dass die Menschen gerne etwas länger verweilten.

Der Besucherstrom war überwältigend! Und der liebevoll gestaltete Garten zeugt vom großen Geschick der Bewohner.

Der Nachmittag verging wie im Flug, so dass wir uns beeilen mussten, wenigstens noch ein paar der anderen Höfe zu besuchen. Der Ort hat sich feierlich herausgeputzt.

Es gab so viel zu sehen, einen Kräutergarten, einen Bauerngarten, einen Korbflechter, einen jungen und sehr talentierten Holzbildhauer, der auch noch das alte Haus seiner Großmutter renoviert. Ein Imker hat sich sehr viel einfallen lassen, um das Leben der Bienen und die Gewinnung von Honig erlebbar zu machen. Ich war fasziniert von den alten Fotografien, alten, von Kinderhand gefertigten Stickereien, und anderen Ausstellungsstücken. Eine Hofbesitzerin hat sich die Mühe gemacht, eine Foto- Szenerie mit Original- Equipment, inclusive einer Trachtenjacke, die heute kaum noch jemandem passen würde, und den Original- Möbeln nachzustellen. Das war so berührend!

Ich muss an dieser Stelle den Poppenwinder Einwohnern ein großes Kompliment machen. Es war ein schönes Gefühl, dabei zu sein, auch wenn ich nicht von dort stamme. Ich habe mich sehr willkommen gefühlt. Die Gastfreundschaft der Familie Gerlach und des ganzen Dorfes ist überwältigend. Es war ein sehr gelungenes Fest, das mir noch lange in Erinnerung bleiben wird.

Einen klitzekleinen Wermutstropfen gab es dennoch. Ein junges Zeitungsteam der Lokalausgabe war auch anwesend. Ich freute mich natürlich über die Aufmerksamkeit, die auch mir geschenkt wurde. Wer mich kennt, weiß, dass ich recht wortreich bin.  😉  Und so gab ich bereitwillig Auskunft über mein schönes Hobby. Das führte wohl letztendlich dazu, dass im daraufhin veröffentlichten Artikel meine Arbeiten einen viel zu großen Platz einnahmen. Das ist mir vor den Poppenwindern etwas unangenehm, schließlich war es ihr Fest und die anderen Höfe hätten es verdient, im Artikel etwas ausführlicher dargestellt zu werden. Ich hoffe, sie können das verzeihen und ich darf mal wieder kommen, wenn Poppenwind eines seiner legendären Dorffeste feiert!

Danke liebe Poppenwinder!

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2 Kommentare zu 700 Jahre Poppenwind und meine Quilts

  1. Rita Modjesch sagt:

    hallo Ina,
    ich bin ein Fan von kleinen Ausstellungen der Künstlern und Kunsthandwerker.
    Tolle Fotos! Schade, dass ich diese Austellung verpasst habe. Die Gartenaustellung Eurer Quilts erinnert mich an die Spontanaustellungen meiner Schwägerin Regina Langbein.
    Sie hat diese immer eigenen Garten veranstaltet für ihre Kursteilnehmerinnen und natürlich auch für alle anderen Quilterinnen. Da kamen viele Interessierte aus Bayern, Hessen und Thüringen zusammen. Wegen der vielen Aussteller wurde in den letzten Jahren das Ambiente von Kloster Veßra genutzt. Nächstes Jahr gehts voraussichtlich woanders hin. Viele Grüße von Rita

    • Ina sagt:

      Liebe Rita,
      vielen Dank! Vielleicht gibt es ja in Poppenwind eines Tages eine Neuauflage. Es ist ein kleiner Ort, in welchem die Dorfgemeinschaft eine große Rolle spielt und man gerne zusammenkommt. Kloster Veßra als Ausstellungsort ist natürlich auch ein Traum! Im Blog von Renate Langbein habe ich viele schöne Dinge gesehen, Kompliment an die Quilterin!
      Liebe Grüße Ina

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